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Achtung: App-Zocke - individuelle Preise beim Online-Shopping (Amazon und Co)

Achtung: App-Zocke - individuelle Preise beim Online-Shopping (Amazon und Co)

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Achtung: App-Zocke - individuelle Preise beim Online-Shopping (Amazon und Co)

Redaktion

Smartphones und Tablets sind für viele mittlerweile das bevorzugte Medium zum Online-Surfen und -Shoppen. Dabei tauchen jedoch immer wieder Gerüchte auf, wonach diverse Händler ihre Preise dann nach oben schrauben, wenn dabei mobil oder per App eingekauft wird.

Unter den üblichen Verdächtigen sind freilich auch wieder die ganz Großen, Amazon und Co, alle sollen sie partiell ihre Preise abhängig von eurem Endgerät, Betriebssystem und Browser listen, so jedenfalls eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Verbraucherschutzministeriums.

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Unterschiedliche Nutzer erhalten unterschiedliche Angebote: Dass Onlinehändler den Verkaufspreis ihrer Produkte oftmals individuell auf einzelne potenzielle Kunden zuschneiden, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dabei gehen die Online-Händler zusehends intransparent und diskriminierend vor.

Die individuelle Preisgestaltung diverser Online-Anbieter richtet sich vorwiegend nach dem Kriterium der Kaufkraft. Online-Händler spionieren uns dabei sprichwörtlich aus. Das vermeintliche Schnäppchen im Internet zeigt sich mehr und mehr für uns maßgeschneidert:

In zahlreichen Statistiken und Studien wurden persönliche Informationen, wie der Wohnort, das Kauf- und Surfverhalten, aber freilich auch das hierfür verwendete Endgerät, sein Betriebssystem und der Browser zur Beurteilung der Kaufkraft des Kunden herangezogen.

So sind beispielsweise Produkte für Apple-User auf ein- und derselben Seite bis zu 11% teurer als dieselben Artikel für Windows-User. Sogar der Wohnort sei, wenngleich nur marginal, entscheidend für den Endpreis. Die Preisdifferenzen betreffen im übrigen nicht nur Waren sondern auch Dienstleistungen, wie Flüge, Urlaube etc.

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Bei den zahlreichen Testkäufen der Verbraucherschützer aus NRW ergab sich ein Bild, das den Verdacht erhärtet. Man stieß auf zahlreiche Ungereimtheiten bei Produkt- und Preisangaben. Manchmal verschwanden günstige Angebote komplett, in anderen Fällen veränderte sich der Preis für ein Produkt bei jedem Schritt von der Suche über das Artikelprofil und den Warenkorb bis hin zur virtuellen Kasse.

Als Beispiel wurde eine Kamera am PC für 149,99 € angeführt, auf dem Smartphone lag der Preis bei 169,99 €. Patzer gab es im Test auch beim Branchenriesen Amazon, der etwa den günstigeren Preis für einen Bartschneider aus den Blitzangeboten erst anzeigte, wenn man die Details des Produktes anzeigen ließ.

Echte Beweise sind jedoch schwer zu führen, wie Christine Steffen von der Verbraucherzentrale NRW betont: "Oft spielen neben dem Endgerät sehr viele weitere Kriterien eine Rolle bei der Preisfindung - zum Beispiel der Wohnort, die IP-Adresse, der Tageszeitpunkt oder, je nach bestellter Ware, auch Angebot und Nachfrage." Der Rat deshalb: "Dort, wo man als Verbraucher am schwierigsten vergleichen kann, sollte man am besten aufpassen. Unser Eindruck ist, dass bei komplexen Produkten, wie der Buchung einer Reise mehr an den Preisen gedreht wird, als bei einem homogenen Produkt, wie beispielsweise einen Fernseher."

"Doch ist das legal?":

Ja und nein, die Grenze ist nach unserer rechtlichen Beurteilung sehr, sehr schmal und intransparent. So kann man bekanntlich ja auch in einem lokalen Geschäft auch einen günstigeren, individuellen Preis aushandeln. Grundsätzlich können solche Praktiken aber schnell als diskriminierend angesehen werden, ein interessanter und komplizierter Markt.

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Wie könnt ihr euch vor der vermeintlichen Preis-Willkür schützen?

Gleich vorab, es kann bei keinem Online-Shop insbesondere bei den abermillionen Artikeln gesagt werden, ob und inwiefern ein individueller Preis berechnet wird, und ferner, welche Variablen in die Preisbildung dafür einbezogen, oder welche persönlichen Daten dafür herangezogen werden. Auch der Schutz gestaltet sich demnach nicht ganz so sorgenfrei und einfach. Aber man kann mit Kleinigkeiten bereits erheblich besser fahren:

1. Preisvergleich:

Ein Preisvergleich bei (weitgehend) neutralen Vergleichportalen ist immer empfehlenswert. Ein Blick auf Geizhals.at oder Idealo.de schadet keinesfalls. Auch bei der Buchung von Urlaub, Reisen und Co unbedingt vergleichen!

2. Preis mit unterschiedlichen Browsern oder Endgeräten checken:

Wer mit einem MacBook shoppt, sollte nach Möglichkeit vielleicht noch einmal mit einem Windows-PC über das Angebot sehen, alternativ mit einem Android-Smartphone oder vergleichbarem. Dasselbe gilt freilich aber auch umgekehrt. Apple ist kein Höchstpreisgarant.

3. "Anonym Surfen":

Viele Browser bieten einen "anonymen Modus" an. Beim Internet Explorer ist das der "Inkognito Browser", bei Firefox das "private Fenster", aber auch bei Android, iOS und allen anderen großen Brwoser gibt es die Möglichkeit, ohne das Abspeichern von Cookies und Co auszukommen. Hierdurch wird den Online-Portalen das Ausspionieren erheblich erschwert.

4. Nachträgliches Melden bei Preisdifferenzen:

Sollte euch eine Preisdifferenz erst nach dem Kauf auffallen, so unbedingt Screenshot erstellen und sofort beim entsprechenden Händler aufzeigen. Erfahrungsgemäß wird euch der Preis unverzüglich angepasst.

Fazit: Online-Shopping ist immer noch voll im Trend, lokale Händler sind ob der sinkenden Gewinne zunehmend am Verzweifeln und die die Geschäfts-Praktiken sind mangels expliziter, moderner gesetzlicher Regelungen immer noch ein offenes Buch und daher auch durchaus eine gefährliche Materie.

Wir raten euch in jedem Fall, "Augen auf beim Online-Kauf", unbedingt immer vergleichen und mit diesem Hintergrund-Wissen stets sorgsam und mit Bedacht surfen! Dann steht einem sorgenfreien Online-Shopping auch nichts mehr im Wege!


18 Kommentare

Komisch: Da machen die eine Analyse, und können die "App-Zocke" noch immer nicht beweisen. Findet das niemand merkwürdig? Für mich klingt das eher nach Unsinn! Es gibt Portale wie camelcamelcamel.com/, welche den Preisverlauf anzeigen. Wie soll dieser je Endgerät unterschiedlich sein? Ich denke, da sind wieder mal Verschwörungstheoretiker am Werk. Ich glaub´s jedenfalls erst, wenn es handfeste Beweise gibt, und die sollten mit etwas Bemühen problemlos zu beschaffen sein.

Redaktion


Steht doch eh im Artikel, etwa in der Mitte. Der Clou ist der: findet man zB einen unterschiedlichen Preis, so ist die Beweisführung, weswegen es zu eben dieser Differenz kommt, schwierig, Kritiker gehen von individueller Preisgestaltung aus, abhängig von Kaufkraft, Endgerät, persönlichen Umständen etc, betroffene Unternehmen argumentieren hier mit technischen Gegebenheiten, so zB IP Adresse, Tageszeitpunkt, Angebot, Nachfrage etc. Ich vermute die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Ich kann zumindest einen Fall nennen wo Apple User wirklich mehr bezahlen:

Blizzard Entertainment Game: Hearthstone für iPad/Android/Windows / wenn man unter iOS einkauft bezahlt man 10% mehr als wie unter Android/Windows.


Zuhause oder über die Firma kaufe ich meistens über Windows ein selten über iOS Handy...mir wäre aber noch kein höher Preis bei normalen Produkten aufgefallen.

Redaktion

Shinzon20. April

Ich kann zumindest einen Fall nennen wo Apple User wirklich mehr bezahlen:Blizzard Entertainment Game: Hearthstone für iPad/Android/Windows / wenn man unter iOS einkauft bezahlt man 10% mehr als wie unter Android/Windows.Zuhause oder über die Firma kaufe ich meistens über Windows ein selten über iOS Handy...mir wäre aber noch kein höher Preis bei normalen Produkten aufgefallen.



krasse Sache, danke für Dein Feedback. Ich hab's selbst schon paar mal erlebt, habe aber die Ursache dafür bislang immer auf technische Gegebenheiten zurückgeführt, so zB wenn ein Blitzangebotspreis mobil nicht angezeigt wurde etc

Stimme tez zu, das ist zumindest bzgl. Amazon unbewiesener Unsinn. Kurzfristige Preisschwankungen innerhalb eines Tages oder zeitliche Differenzen beim Update der Overview-Tables wenn Marketplace-Händler Preise ändern werden als Verschwörung interpretiert. Vor allem deshalb, weil die "Verbraucherschutzzentralen" keine Ahnung von IT haben. Und Achtung, laut Verbraucherschützern können auch "Angebot und Nachfrage" eine Rolle spielen --> no shit!!!

Redaktion

maxxx20. April

Stimme tez zu, das ist zum großteil unbewiesener Unsinn. Kurzfristige Preisschwankungen innerhalb eines Tages oder zeitliche Differenzen beim Update der Overview-Tables wenn Marketplace-Händler Preise ändern werden als Verschwörung interpretiert. Vor allem deshalb, weil die "Verbraucherschutzzentralen" keine Ahnung von IT haben. Und Achtung, laut Verbraucherschützern können auch "Angebot und Nachfrage" eine Rolle spielen --> no shit!!!



ohne die Herrschaften jetzt übermäßig in Schutz nehmen zu wollen, aber gerade diese Umstände werden ja als harmonisierend herangeführt, weswegen sich ja gerade die Beweisführung für die Vorwürfe recht schwierig gestaltet

Sorry - mein Beitrag bezog sich auf Amazon, damit habe ich mich eingehend beschäftigt. Habe das nochmal klargestellt.

Redaktion

maxxx20. April

Sorry - mein Beitrag bezog sich auf Amazon, damit habe ich mich eingehend beschäftigt. Habe das nochmal klargestellt.



Achso, ja, alles klar.

Hab nur auf die Schnelle mal ge-google-t, und man findet schon ziemlich viel Material, das sehr wohl solche fragwürdigen Preiserscheinungen (gerade auch bei Amazon) aufzeigt, so zB hier, einer der ersten Google Links von vorhin: hier, hier, hier oder hier. Aber ob's am Ende tasächlich so ist, wer weiß das schon? Der Artikel ist jedenfalls nur gut gemeint und rein informativ. Hat man diese Info im Hinterkopf, ist das ja schon fast die halbe Miete beim Schutz.

Habe bis jetzt auch immer den besten Preis bezahlt.Aber schon krass wenn das alles wahr sein soll.

Redaktion

preisjaegerin20. April

Habe bis jetzt auch immer den besten Preis bezahlt.Aber schon krass wenn das alles wahr sein soll.



sehr gut, so soll es sein

Passt nur indirekt zum Thema,
aber die Preise bei Zalando.DE und Zalando.AT sind teilweise recht unterschiedlich, war jetzt das erste Bsp, dass ich gefunden habe (nach 5 Artikeln):

AT: zalando.at/lac…tml99,95€
DE: zalando.de/lac…tml67,45€

Man kann das sehr schnell und einfach überprüfen, da die Links immer identisch aufgebaut sind, lediglich das .de muss man durch .at ersetzen bzw. umgekehrt.


Was viele Österreicher aber nicht wissen, man kann als Österreicher genauso bei Zalando.de einkaufen:
- selbe Login-Daten
-gratis Versand nach AT
- Cashback über qipu
- Zalando.de: 100 Tage Rückgaberecht, Zalando.at: 30 Tage Rückgaberecht


Fazit:
Wenn einem ein Produkt auf Zalando gefällt, immer auch die andere Seite checken, manchmal ist es auf zalando.at günstiger, manchmal auf zalando.de

und nicht vergessen, bei jeder bestellung einen 5 bzw. 10€ Gutschein einlösen, man findet zig Gutscheine auf diversen Seiten

Redaktion

JO_20. April

Passt nur indirekt zum Thema,aber die Preise bei Zalando.DE und Zalando.AT sind teilweise recht unterschiedlich, war jetzt das erste Bsp, dass ich gefunden habe (nach 5 Artikeln):AT: https://www.zalando.at/lacoste-live-poloshirt-noir-marine-blanc-rouge-l4722d00o-q11.html 99,95€DE: https://www.zalando.de/lacoste-live-poloshirt-noir-marine-blanc-rouge-l4722d00o-q11.html 67,45€Man kann das sehr schnell und einfach überprüfen, da die Links immer identisch aufgebaut sind, lediglich das .de muss man durch .at ersetzen bzw. umgekehrt.Was viele Österreicher aber nicht wissen, man kann als Österreicher genauso bei Zalando.de einkaufen:- selbe Login-Daten-gratis Versand nach AT- Cashback über qipu- Zalando.de: 100 Tage Rückgaberecht, Zalando.at: 30 Tage RückgaberechtFazit:Wenn einem ein Produkt auf Zalando gefällt, immer auch die andere Seite checken, manchmal ist es auf zalando.at günstiger, manchmal auf zalando.deund nicht vergessen, bei jeder bestellung einen 5 bzw. 10€ Gutschein einlösen, man findet zig Gutscheine auf diversen Seiten



geil, was ich für meinen Teil nicht wusste: 100 Tage Rückgabe bei DE!!! Danke für die Info.

PS, dasselbe gilt übrigens auch für Amazon DE, IT, FR, UK, ES und Co... Mit der Amazon Artikelnummer (unten in der Artikelbeschreibung) lässt sich auf den fremdsprachigen Amazon-Seiten meistens ein und dasselbe Produkt zu einem besseren Preis schießen, trotz hinzukommender Versandkosten. So sind (nur zum Beispiel) extra-lange Jeans und Hosen in Italien und Großbritannien wohl nicht so heißt begehrt wie in Deutschland und Frankreich Auch nur so am Rande

preisjaegerin20. April

Habe bis jetzt auch immer den besten Preis bezahlt.Aber schon krass wenn das alles wahr sein soll.



Wie willst du das wissen?
Vlt. hab ich ja weniger bezahlt

bei mir sind alle Kundinnen gleich und das ist gut so

Bearbeitet von einem Moderator "Eigenwerbung (Link) gelöscht" 20. April

alter Schinken.

Und wer tatsächliche Analysen zu diesem Thema lesen will, die auch tatsächlich belegen, dass Benutzer für die selben Artikel auch die selben Preise angezeigt bekommen, ABER Benutzer aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften wie MacOS / iOS / Android / Windows via "Personalisierter Recommender" ANDERE bzw. anders gereihte Artikel (teurere Artikel oder billigere Artikel, je nach Zielgruppe) zu sehen bekommen, der sollte sich die Publikationen von Alan Mislove von der North Eastern University ansehen !

Der aufgezeigte Unterschied ist in diesem Fall schon ein gravierender und in meinen Augen auch moralisch absolut vertretbar. Wenn Apple Kunden im Durchschnitt einfach 20% teurere Produkte kaufen (Beitrag geschrieben auf einem MacBook Pro Retina), dann ist es schon ok, wenn Amazon diese Produkte zuerst präsentiert.

Redaktion

Simon.Walk20. April

Und wer tatsächliche Analysen zu diesem Thema lesen will, die auch tatsächlich belegen, dass Benutzer für die selben Artikel auch die selben Preise angezeigt bekommen, ABER Benutzer aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften wie MacOS / iOS / Android / Windows via "Personalisierter Recommender" ANDERE bzw. anders gereihte Artikel (teurere Artikel oder billigere Artikel, je nach Zielgruppe) zu sehen bekommen, der sollte sich die Publikationen von Alan Mislove von der North Eastern University ansehen !Der aufgezeigte Unterschied ist in diesem Fall schon ein gravierender und in meinen Augen auch moralisch absolut vertretbar. Wenn Apple Kunden im Durchschnitt einfach 20% teurere Produkte kaufen (Beitrag geschrieben auf einem MacBook Pro Retina), dann ist es schon ok, wenn Amazon diese Produkte zuerst präsentiert.



Danke für Dein Feedback. Sehr interessant wie ich finde!

JO_ ... Gilt das auch für geizhals.at und geizhals.de ?? Danke schon mal

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