Dividendendepot aus Deutschland - Erfahrungen?

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eingestellt am 7. Sep
Hallo

Hat jemand von euch ein auf Dividenden ausgelegtes Aktiendepot im Ausland/Deutschland und könnte die Erfahrungen mal schildern? Vor allem wie kompliziert der Steuerausgleich ist, würde mich interessieren
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12 Kommentare
Hallo!

Ja, ich hab ein Depot bei der deutschen DKB Bank. Solange du keine thesaurierenden Investmentfonds dort hältst, ist die steuerliche Veranlagung in Österreich an sich kein großes Problem (wobei ich dazu sagen muss, dass ich selbst Steuerberater bin ;-).

Der erste Schritt ist, den Abzug der deutschen KESt zu unterbinden (hier wäre es nämlich sehr mühsam, die zu Unrecht abgezogene KESt von den deutschen Steuerbehörden erstatten zu lassen). Bei der DKB funktioniert das mit diesem Formular: dok.dkb.de/pdf…pdf

Bei den Dividenden wird dann nur mehr die Quellensteuer von Deutschland einbehalten, die auf die österreichische KESt angerechnet werden kann, sodass in Österreich nur mehr die Differenz auf die 27,5 % KESt im Veranlagungsweg vorgeschrieben wird. Bei realisierten Wertsteigerungen (realisierte Kursgewinne) erfolgt überhaupt kein Quellensteuer-Einbehalt in Deutschland.

Steuertechnisch funktioniert dass in Österreich nun so: Bist du selbstständig, musst du zu deiner jährlichen ESt-Erklärung nur die Beilage E1kv ausfüllen und die in Deutschland realisierten Dividendenerträge und realisierten Wertsteigerungen deklarieren. Die Besteuerung erfolgt - wie bei inländischen Kapitaleinkünften auch - mit dem besonderen Steuersatz von 27,5%. Werbungskosten (zB Depotgebühren) dürfen hier nicht abgezogen werden.

Wenn du ausschließlich angestellt bist und bisher nur eine Arbeitnehmerveranlagung machst, musst du zuerst einen Erklärungswechsel auf Einkommensteuererklärung vornehmen (geht ebenfalls elektronisch mit FinanzOnline).
Danke schon mal für die Infos
wenn man Steuerberater ist, ist das natürlich ein Kinderspiel
aber sich als Laie in dem Steuerchaos zurechtzufinden ist eine ganz andere Sache, vor allem wenn sich nicht mal die Leute im Finanzamt auskennen

meine thesaurierenden ETFs habe ich bei Flatex, die sind steuereinfach
würde meine Dividendenaktien auch dort lassen, wenn nicht die hohen Gebühren bei den Ausschüttungen wären..
weil die DKB von den Gebühren sehr angenehm ist und ich auch das Konto inkl. Kreditkarte nutzen würde, wäre sie auch meine Wahl

gibt es dort eigentlich einen jährlichen Steuerbericht, wo man einfach die Summe mit Differenz auf die 27,5% bei Finanzonline einträgt oder muss man sich das selbst zusammenreimen?

Realisierte Kursgewinne entstehen nur bei Verkauf? Oder läuft das gleich ab wie bei ETFs und den steuergleichen Erträgen?

Und kannst du mir auch sagen unter welchem Punkt beim E1 ich die ganzen Gewinne eintragen muss? Habe online nur 861 gefunden, aber das ist glaube ich für Sparbücher etc (weil 25% versteuert)
Bin Student und arbeite unselbstständig, müsste also noch den Wechsel machen. Und ich schätze die Gewinne zählen dann zum jährlichen Einkommen? Weil ich darf die 10000€ Grenze bezüglich staatlicher Zuschüsse nicht überschreiten, sonst muss ich zurückzahlen
Bearbeitet von: "Lexxior" 7. September
Hallo,

wie die Depot-Bescheinigung am Jahresende aussieht, kann ich dir leider nicht sagen, da ich mein DKB-Konto auch erst seit Juni diesen Jahres habe. Ich nehme aber an, dass es bei den jeweiligen Veräußerungen bzw. Ausschüttungen entsprechende Belege geben wird.

Thesaurierende Fonds würde ich unbedingt bei Flatex lassen (Flatex hat eine Niederlassung in AT und ist somit - wie du sagst - "steuereinfach"). Die Besteuerung der ausschüttungsgleichen Erträge wäre ohne inländischen KEst-Abzug sehr mühsam.

Realisierte Kursgewinne entstehen (so wie in Österreich auch) erst mit Verkauf (=Realisierung) der Wertpapiere.

Die Kapitaleinkünfte werden nicht direkt in der E1, sondern in der Beilage E1kv unter Punkt 1.3 erklärt. Unter KZ 861 werden die ausländischen Einkünfte eingetragen (unabhängig vom Steuersatz). Unter KZ 994 die ausländischen Einkünfte, die mit 27,5% versteuert werden (Dividenden, realisierte Wertsteigerungen von Aktien). Unter KZ 892 etwaige realisierte Verluste aus Verkäufen für den Verlustausgleich. In KZ 998 werden die einbehaltenen Quellensteuern eingetragen, die in Österreich mit max. 15 % angerechnet werden. Die Differenz müsste man sich dann bei der ausländischen Steuerbehörde erstatten lassen.

Die Kapitalerträge zählen zu deinem jährlichen Einkommen dazu, werden jedoch "isoliert" mit 27,5 % besteuert (sofern du keinen Regelbesteuerungsantrag machst - dies kann uU dann sinnvoll sein wenn du insgesamt (dh. mit Kapitaleinkünften) unter 11.000 €/Jahr verdienst. In diesem Fall ergäbe sich gar keine Steuer, die zu zahlen wäre. Allerdings müssen sämtliche in- und ausländische Kapitalerträge in die Option einbezogen werden. Etwaige abgezogene KEst (in Österreich) wird angerechnet und ggf. zurückerstattet).

Inländische Kapitaleinkünfte sind endbesteuert und scheinen am Steuerbescheid (außer man optiert zur Regelbesteuerung; siehe oben) gar nicht auf. Ob die ausländischen (mit 27,5% besteuerten) Einkünfte nur aufgrund der Tatsache, dass sie mangels KEst-Abzug erklärungspflichtig sind für die Zuschüsse mit einbezogen werden, weiß ich leider nicht. Wäre eigentlich eine Ungleichbehandlung, da die Erträge egal ob in Österreich oder sonst wo erwirtschaftet werden, ident besteuert werden - nur die Erhebungsart ist eine andere.

Glg
Okay, dann bleibt ja nur es selbst zu öffnen

Puhh, ist ja reichlich kompliziert die ganze Sache. Aber sollte ja relativ schnell gehen, wenn man den Überblick über die Einnahmen hat.
Wird die Quellensteuer separat angegeben oder muss ich mir die irgendwo raussuchen, weißt du das?

Wenn ich es mit der Regelbesteuerung vermeiden möchte die Steuern zu zahlen, dann müsste ich auch meine thesaurierenden ETFs bei Flatex mit angeben, oder? Und das würde die Sache ja um einiges komplizierter machen, weil ich dann auch die steuergleichen Erträge mit angeben müsste. Oder nicht?


Ok, ob sie am Ende zum Einkommen dazuzählen oder nicht ist eigentlich egal, weil ich höchstwahrscheinlich nicht über die 10000€ kommen würde. Dazu bräuchte ich schon richtig heftige Gewinne
Die abgezogene Quellensteuer müsste auf den Belegen der Bank ausgewiesen sein.

Bei der Regelbesteuerung müsstest du auch die die Erträge der Fonds vom Flatex-Depot angeben (einschließlich agE). Macht die ganze Sache natürlich viel komplizierter.
Stefan.S.08/09/2019 15:46

Die abgezogene Quellensteuer müsste auf den Belegen der Bank ausgewiesen …Die abgezogene Quellensteuer müsste auf den Belegen der Bank ausgewiesen sein.Bei der Regelbesteuerung müsstest du auch die die Erträge der Fonds vom Flatex-Depot angeben (einschließlich agE). Macht die ganze Sache natürlich viel komplizierter.



Stefan.S.08/09/2019 15:46

Die abgezogene Quellensteuer müsste auf den Belegen der Bank ausgewiesen …Die abgezogene Quellensteuer müsste auf den Belegen der Bank ausgewiesen sein.Bei der Regelbesteuerung müsstest du auch die die Erträge der Fonds vom Flatex-Depot angeben (einschließlich agE). Macht die ganze Sache natürlich viel komplizierter.


puhh, die Arbeit erspare ich mir lieber, da soll der Staat die Steuern haben

ich zitiere mal
"Die Kapitaleinkünfte werden nicht direkt in der E1, sondern in der Beilage E1kv unter Punkt 1.3 erklärt. Unter KZ 861 werden die ausländischen Einkünfte eingetragen (unabhängig vom Steuersatz). Unter KZ 994 die ausländischen Einkünfte, die mit 27,5% versteuert werden (Dividenden, realisierte Wertsteigerungen von Aktien). Unter KZ 892 etwaige realisierte Verluste aus Verkäufen für den Verlustausgleich. In KZ 998 werden die einbehaltenen Quellensteuern eingetragen, die in Österreich mit max. 15 % angerechnet werden. Die Differenz müsste man sich dann bei der ausländischen Steuerbehörde erstatten lassen.


Sprich unter 861 alle Gewinne eintragen (Dividenden und Zinsen aus meinem P2P Portfolio bei Mintos), solange ich nichts verkaufe diese Zahl 1:1 unter 994 eintragen und die Quellensteuer, die angegeben wird, unter 998 eintragen.
Wenn ich verkaufe die Gewinne dann noch unter 994 dazu und die Gesamtverluste unter 892.
Mehr sollte es ja nicht sein?
Die Übersicht behalte ich einfach mit Portfolio Performance, dann ist das dann ja auch keine große Aufgabe
Dividendenportfolio in Deutschland? Da wäre die Quellensteuer aktuell meine geringste Sorge.

Ich habe aber ohnehin vor Jahren alles raus aus Germoney weil da irgendeine Gebühr daherkam die die Quellensteuerrückerstattung gemindert hat. (ich hatte paar so 1-2k Investments wo sich das für die 13(?)% Steuerrückerstattung nicht gerechnet hat...)
Der_Prophet09/09/2019 19:50

Dividendenportfolio in Deutschland? Da wäre die Quellensteuer aktuell …Dividendenportfolio in Deutschland? Da wäre die Quellensteuer aktuell meine geringste Sorge.Ich habe aber ohnehin vor Jahren alles raus aus Germoney weil da irgendeine Gebühr daherkam die die Quellensteuerrückerstattung gemindert hat. (ich hatte paar so 1-2k Investments wo sich das für die 13(?)% Steuerrückerstattung nicht gerechnet hat...)


wo hast du jetzt dein Depot in Österreich, wenn du die Strategie noch verfolgst?
Hatte auch lange überlegt es auszulagern, da wie du sagst die Kosten bei Flatex nicht ohne sind. Jedoch nach langem überlegen (Degiro, Deutsche Broker oder doch AT) bin ich zur DADAT mit meinen Aktien gegangen noch akzeptable Orderkosten, bis Ende 2020 keine Depotkosten die 10€ Verrechnungskontokosten habe ich durch den negativ Zins den Flatex erhebt auch wieder schnell reingeholt.
Steven189910/09/2019 09:36

Hatte auch lange überlegt es auszulagern, da wie du sagst die Kosten bei …Hatte auch lange überlegt es auszulagern, da wie du sagst die Kosten bei Flatex nicht ohne sind. Jedoch nach langem überlegen (Degiro, Deutsche Broker oder doch AT) bin ich zur DADAT mit meinen Aktien gegangen noch akzeptable Orderkosten, bis Ende 2020 keine Depotkosten die 10€ Verrechnungskontokosten habe ich durch den negativ Zins den Flatex erhebt auch wieder schnell reingeholt.

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Toll, 1 Jahr zahlst du nichts und danach inkl Verrechnungskonto mindestens 35€ im Jahr, wenn du so wie ich 10 Einzelaktien besitzt.
Lexxior10/09/2019 11:07

[Bild] Toll, 1 Jahr zahlst du nichts und danach inkl Verrechnungskonto …[Bild] Toll, 1 Jahr zahlst du nichts und danach inkl Verrechnungskonto mindestens 35€ im Jahr, wenn du so wie ich 10 Einzelaktien besitzt.


Klar gebe ich dir recht, aber da ich a) immer Geld am Verrechnungskonto habe und das bei Flatex durch die Negativzinsen im Jahr 20 bis 30€ im Jahr ausmachen und b) die 5,9€ gespart werden (wenn man wie ich unter anderem monatliche REITS hat die immer über 15€ Dividende ausschütten ziemlich nervig)

Klar kann man das alles günstiger als bei der DADAT haben gebe ich dir voll recht, muss aber auch zugeben habe keine Lust mich mit den steuerlichen Aspekten auseinanderzusetzen. Das sind mir die paar Euros wert die ich mehr zahle
Bearbeitet von: "Steven1899" 10. September
Lexxior09/09/2019 20:29

wo hast du jetzt dein Depot in Österreich, wenn du die Strategie noch …wo hast du jetzt dein Depot in Österreich, wenn du die Strategie noch verfolgst?


Gehts hier jetzt um die Depotspesen oder Dividendenbesteuerungsoptimierung? Ich habe aber bislang völlig übersehen dass es da scheibar neue EuRegulatorik gibt die ich noch nicht kenne. Muss ich mir mal ansehen....
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