NAS - Raspberry Pi 4 oder doch Eigenbau?

eingestellt am 21. Okt 2021
Hallo,
da sich hier sicher auch ein paar damit auskennen, frage ich euch. Ich möchte mir endlich ein NAS bauen, bin mir aber nicht sicher wie.
Ich hab mit dem Gedanken gespielt, einen Raspberry Pi 4 dafür zu verwenden. da habe ich das Problem, dass ich
1) nicht weiß, ob der RPi genug Fleisch unter den Schenkeln für sowas hat
2) wie betreibe ich dort 3.5 Zoll Festplatten?

Beim Eigenbau spricht nur der Platzbedarf dagegen.
Ich hätte ein altes Case mit 4 GB DDR2 Ram, Netzteil, Motherboard und CPU. hab da auch eine Grafikkarte drin. Die Frage: sind DDR2 Ram im Jahr 2021/2022 noch "vertrauenswürdig" oder soll ich doch von neues Motherboard, Cpu und Ram kaufen?


Danke schon mal!
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14 Kommentare
  1. Avatar
    Hi, hab mich auch Jahre damit beschäftigt, anfangs ein Eigenbau, dann einen raspberry pi3+ und zum Schluss bin ich dann zu einer synology umgestiegen. Hat alles was ich brauche...
  2. Avatar
    Vertrauenswürdig ist sowieso nur ECC, dann wird's aber teurer
    Ob der genug Power hat, lässt sich nicht so einfach beurteilen, ohne zu wissen was du vor hast, normalerweise ist der Ethernet Port der Flaschenhals.
    3,5" kannst am raspi vergessen.
    Nichts desto trotz würde ich's Mal mit OMV probieren
  3. Avatar
    Ein alter PC im Dauerbetrieb frisst halt auf Dauer schon sehr viel Strom. Hab mir meinen alten Core +7-2600K mit 16GB, ohne Graka, einer SSD fürs Ubuntu und 3 TB HDDs zusammen in ein Kastel gestellt. Wenn der länger durch rennt wirds da drinnen ziemlich warm.
    Inzwischen nutze ich ihn wirklich nur mehr, wenn ich einen Film von diesen Festplatten schauen will und schalte dann wieder ab.
    Eine Synology wäre wohl auch meine Wahl wenn ich wichtige Daten nicht im OneDrive hätte.
  4. Avatar
    Benutze seit Jahren eine Synology DS214play mit 2* 4TB HDD.

    Hauptsächlich zum Sichern von Daten (Bilder usw.) Aber auch viel zum streamen von Filmen.

    Ist halt einfach zu bedienen, bekommt immer wieder Updates, es gibt unzählige "Apps" (z.b. Einbinden von Videoüberwachung,VPN, div. "Server" Software usw. Usf. )
    Das Geld war/ist sie allemal wert.

    Was hast du damit eigentlich vor?
    Bearbeitet von: "Maxx_" 22. Okt 2021
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    Habe auch anfangs reinz zum am Netzwerk speichern einen Pi4B mit 4GB verwendet, dran angesteckt eine 2,5" externe HDD. Hat einwandfrei funktioniert, nur kommt man doch früher oder später an die Grenzen des Pi (und wenns nur das 2,5" Limit ist). Bin dann nach ca. einem viertel Jahr mit dem Pi auf einen neuen selbstgebauten PC mit zuerst TrueNAS / FreeNAS umgestiegen, dann später aber auf Unraid umgestellt - TrueNAS / FreeNAS ist leider im Vergleich ziemlich kompliziert und bietet bei weitem nicht die Funktionalität von Unraid, grad wenn man abgesehen vom reinen Speichern vlt. doch noch ein bisschen was extra machen möchte (Docker in Unraid sind selbt für Laien einfach aufzusetzen und bieten fast unbegrenzte Funktionalität - Docker sind einfach extra Programme die extra auf deinem Server laufen, zB um deine Daten auch außerhalb des Netzwerks verfügbar zu machen).

    Verwende das Unraid System jz als NAS (als Speicher für meine digitalisierten Filme mit Plex) und mit Nextcloud als eigene Cloud. Will man mal etwas zusätzliches installieren (z.B. fürs speichern von Filmen von DVD auf den Server, oder whatever else) hat man auf Unraid bei weitem die besten Chancen, dass es einen Docker dafür gibt und auch eine brauchbare Anleitung dazu. Unraid kostet zwar upfront 59$ für die Basic Licence, aber das ist es bei weitem Wert! Es ist sonst auch eine Trial für ca 30 Tage mit allen Features zum ausprobieren verfügbar, ganz angenehm für den Anfang.

    Also wenn du nicht grad einen Pi mit 2,5" Festplatten schon daheim hast, rate ich da vor allem langfristig klar zum Eigenbau! Alternativ sind Synologys auch ganz nett, kommt halt drauf an was du machen möchtest und ob dir das Ecosystem von Synology zusagt, oder doch eher die Freiheiten von Unraid, totally up to you. Mit Unraid hast du aber ziemlich sicher mehr Möglichkeiten für Erweiterungen oder auch schon allein um Hardware am Gerät zu tauschen.
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    1) nicht weiß, ob der RPi genug Fleisch unter den Schenkeln für sowas hat
    Für NAS allein wohl schon, sobald du aber andere Anwendungen drauf laufen lassen möchtest, e.g. Plex Media Server, PiHole, Nextcloud,... wirds irgendwann knapp. Insbesondere Plex geht am Pi4 bei ordentlichem 4K Quellmaterial mit hoher Bitrate in die Knie, da hast dann immer Unterbrechnungen am Fernseher. Alles eigene Erfahrung.

    2) wie betreibe ich dort 3.5 Zoll Festplatten?
    Per USB, alternativ SATA HAT (ich hab eine 2,5" 4TB USB HDD drangehängt, ging problemlos)

    DDR2 Ram im Jahr 2021/2022 noch "vertrauenswürdig"
    DDR2 Ram ist bei weitem nicht mehr aktuell, aber noch genauso vertrauenswürdig wie jeder andere Ram. Eine Sicherheitslücke die sich rein auf den Ram, oder Ram-Controller bezieht ist mir nicht bekannt. ECC Ram hat gewisse Vorteile in Bezug auf Fehlerrater (e.g. Soft Error Rate (SER)), aber auch viele Nachteile, insbesondere für den Privatverbraucher: Kosten, Geschwindigkeit (langsamer als Ram ohne ECC), Stromverbrauch, Kompatibilität.

    oder soll ich doch von neues Motherboard, Cpu und Ram kaufen?
    Das kommt drauf an, ob du wirklich ausschließen kannst, dass du nie mehr als ein NAS damit machen möchtest. Wenn du, wie oben erwähnt, Plex 4K Streaming (vielleicht sogar mehrere Endgeräte gleichzeitig) machen möchtest, dann braucht du wohl was neues. Leistungstechnisch (schätze ich, ich kenn deine CPU, deinen Ram nicht genau) wird nicht viel unterschied zwischen dem Pi4 und deiner vorhandenen Hardware sein. Was aber sicher signifikant sein wird, ist der Stromverbrauch. Ich geh mal davon aus, die Mehrkosten für den Mehrenergieaufwand der vorhanden Hardware im Vergleich zum sparsamen Pi4 in etwa in einem Jahr soviel sein werden, dass du dir davon ein neues Pi4 Komplettpaket hättests kaufen können.
    Ich war in der Lage, dass ich mir dachte der Pi4 reicht, hat er aber nicht. Ich wollte ursprünglich auf ARM-Basis (CPU-Architektur) bleiben, aber es ist schwer einen Single-Board-Computer mit ARM SoC zu finden, der stärker als der Pi4 ist. Ich bin daher zu diesem Setup umgestiegen:
    GIGABYTE Brix GB-BRR3H-4300
    Intenso Top Performance SSD 128GB, M.2 (3832430)
    8 GB SO DDR4 2400 CL16 GSkill Ripjaws
    zusammen für ~400€
    Da ist ein AMD Ryzen 4300U Prozessor drin, der hat 4 Kerne und dazu eine 5CU GPU auf "Vega"-Basis. Für 4K Streaming auf einem Endgerät tuts das. Die APU (CPU+GPU) ist mit 15 Watt deklariert, und normalerweise in Laptops zu finden. Also sparsam für diese Geräteklasse. Und wenn man mehr braucht, kann man für ~150€ mehr direkt zum GIGABYTE Brix GB-BRR7H-4800 greifen. Der hat nochmal gut die doppelte Leistung. Und ein kleines Highlight in diesem Preisbereich: 2.5Gb Ethernet. Also wenn du mal etwas mehr Durchsatz im Netzwerk brauchst und dein Netzwerk upgradest (von 1Gb nehm ich an), hast du schon einen guten Ethernetanschluss im Gerät.
    Bearbeitet von: "C4ptainC4mp" 22. Okt 2021
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    Autor
    Ich danke euch für euren Input! Die Meinung geht wirklich dahin, dass ein RPi auf lange Sicht nicht ausreichend ist.
    Ich hab noch einmal nachgedacht, welche Anforderungen ich an dieses System stelle. Und in Wahrheit möchte ich nur Nextcloud darauf laufen lassen mit Zugriff von außerhalb des Netzwerks.

    Obwohl alle der Meinung sind, dass ein RPi nicht genügt, werde ich dennoch diese Konfiguration wählen. Der Grund ist einfach: ich muss nur 30€ in einen aktiven USB Hub investieren. Ich habe hier noch zwei ungenutzte SSD Festplatten samt Adapter auf USB 3.0. Ich werde es mal mit dem RPi und den beiden SSD Platten (Raid 1) versuchen und sehen, wie es mir zusagt.

    Ein vollwertiges NAS wird später auf jeden Fall den Weg in mein Zuhause schaffen, aber diese Anschaffung steht momentan noch nicht dafür. Dennoch vielen Dank für euren Input, hat mir auf jeden Fall bei meiner Entscheidung geholfen.

    Meinen alten Computer dafür zu verwenden, wäre in energietechnischer Hinsicht eine Katastrophe, weshalb ich immer eher zum RPi tendiert habe. Falls der RPi wirklich zu schwach wird, habe ich nicht zuviel Geld in den Sand gesetzt, weil die allermeisten Komponenten ungenutzt zur Verfügung stehen. Ein Upgrade kann ich immer durchführen. Und dann wohl in der Variante von @C4ptainC4mp - die hat mir am meisten zugesagt.
  8. Avatar
    CeLox23/10/2021 10:53

    Ich danke euch für euren Input! Die Meinung geht wirklich dahin, dass ein …Ich danke euch für euren Input! Die Meinung geht wirklich dahin, dass ein RPi auf lange Sicht nicht ausreichend ist.Ich hab noch einmal nachgedacht, welche Anforderungen ich an dieses System stelle. Und in Wahrheit möchte ich nur Nextcloud darauf laufen lassen mit Zugriff von außerhalb des Netzwerks.Obwohl alle der Meinung sind, dass ein RPi nicht genügt, werde ich dennoch diese Konfiguration wählen. Der Grund ist einfach: ich muss nur 30€ in einen aktiven USB Hub investieren. Ich habe hier noch zwei ungenutzte SSD Festplatten samt Adapter auf USB 3.0. Ich werde es mal mit dem RPi und den beiden SSD Platten (Raid 1) versuchen und sehen, wie es mir zusagt.Ein vollwertiges NAS wird später auf jeden Fall den Weg in mein Zuhause schaffen, aber diese Anschaffung steht momentan noch nicht dafür. Dennoch vielen Dank für euren Input, hat mir auf jeden Fall bei meiner Entscheidung geholfen.Meinen alten Computer dafür zu verwenden, wäre in energietechnischer Hinsicht eine Katastrophe, weshalb ich immer eher zum RPi tendiert habe. Falls der RPi wirklich zu schwach wird, habe ich nicht zuviel Geld in den Sand gesetzt, weil die allermeisten Komponenten ungenutzt zur Verfügung stehen. Ein Upgrade kann ich immer durchführen. Und dann wohl in der Variante von @C4ptainC4mp - die hat mir am meisten zugesagt.


    github.com/Ope…ipt vll als Einstiegspunkt, außer du willst dich selber mit der notwendigen software spielen
  9. Avatar
    Wem fad ist und "unendlich" Zeit hat, soll sich damit spielen.
    Es zwickt und passt halt immer irgendwas nicht.
    Ganz abgesehen vom Performance/Stromverbrauchsverhältnis.
    Wenn man sich ein für seine Verhältnisse passendes ordentliches NAS kauft hat Ruhe.
    In meinem Fall war dass das Synology DS220+.
  10. Avatar
    bin auch eher der Freund von selber machen und hatte zu Beginn ein Raspi 4, aber der war auf Dauer mit 2-3 Anwendungen zu schwach
    hab mir dann eine gebrauchte Synology DS215J auf Willhaben geholt, die hat es fürs erste getan für 1 Jahr (ist zu verkaufen, falls wer Interesse hat )
    Da meine Ansprüche aber gestiegen sind, musste was neues her - ebenfalls eine DS220+
    Setup ist easy, man muss nicht herumdoktorn wenn was defekt wird und mit Docker hat man auch genug Möglichkeiten der Upgrades
    Kostet halt meistens mehr als selber bauen (in meinem Fall 220€ als WHD ohne Platten), aber da muss man entscheiden was einem lieber ist
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    Hab einen HP Microserver G8 mit Unraid und bin zufrieden. Unraid gefällt mir ganz gut.
    Die 4 Festplattenplätze sind aber schnell weg.
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    Kurz über Pi nachgedacht, dann verworfen.
    Jahrelang Synology und QNAP in Betrieb gehabt (von QNAP würde ich, in der Zwischenzeit, Abstand nehmen).

    Schlussendlich auf ein selbstgebasteltes System gewechselt.
    Gehäuse mit genug HDD-Einschub über Amazon besorgt.
    Rest sind alte Server Teile, über eBay bezogen, inkl. ECC-RAM.
    Darauf läuft unRAID in der Pro-Variante (keine Einschränkung der HDD Anzahl).

    Bin wirklich zufrieden, weil mich das System nicht einschränkt (was bei einer vorgefertigten NAS der Fall sein kann) und auch die Performance stimmt (was bei Pi nicht unbedingt sein muss).
    Und unRAID hat so eine tolle Community, hunderte Docker Templates und und und ...

    Wenn ich wieder vor der Entscheidung stehen würde, würde ich erneut diesen Weg gehen.
    Bearbeitet von: "jaga.masta" 25. Februar
  13. Avatar
    Autor
    Danke für deinen Beitrag @jaga.masta . Ich hab den Eigenbau aufgrund von Platzmangel und Kosten verworfen. Wohne derzeit noch in einer kleinen Wohnung, solange ich hier bin bleib ich bei meinem RPi Nextcloud System (Bin voll zufrieden, brauch nicht mehr). Musste nur die Festplatte kaufen, den Rest hatte ich schon.

    Wenn ich in ein paar Jahren umziehe, kommt mir auch ein Selbstbau ins Haus
  14. Avatar
    jaga.masta25/02/2022 12:03

    Kurz über Pi nachgedacht, dann verworfen.Jahrelang Synology und QNAP in …Kurz über Pi nachgedacht, dann verworfen.Jahrelang Synology und QNAP in Betrieb gehabt (von QNAP würde ich, in der Zwischenzeit, Abstand nehmen).Schlussendlich auf ein selbstgebasteltes System gewechselt.Gehäuse mit genug HDD-Einschub über Amazon besorgt.Rest sind alte Server Teile, über eBay bezogen, inkl. ECC-RAM.Darauf läuft unRAID in der Pro-Variante (keine Einschränkung der HDD Anzahl).Bin wirklich zufrieden, weil mich das System nicht einschränkt (was bei einer vorgefertigten NAS der Fall sein kann) und auch die Performance stimmt (was bei Pi nicht unbedingt sein muss).Und unRAID hat so eine tolle Community, hunderte Docker Templates und und und ...Wenn ich wieder vor der Entscheidung stehen würde, würde ich erneut diesen Weg gehen.


    naja Community Plugins sind so eine Sache... Bei mir war ein Plugin laufend für Systemausfälle verantwortlich. Updates kommen irgendwann. Traurig genug dass man auf RCs updaten muss um Sicherheitslücken zu stopfen und und und. von einem hardened os will ich garnicht anfangen....

    PS Und HDD Anzal ist auf 30 beschränkt und nicht unbegrenzt.....

    wenn ich Stabilität und Sicherheit will nimm ich ein zfs System und nicht mit btrfs... zusätzlich fehlen einfach einige grundlegende nas features.
    von dem verbuggten usb creater will ich garnicht anfangen
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